13. Mai 2024

Merkur Cup Kreisfinale am 09.05.2024 in Raisting + Vorrunde am 04.05.2024 in Weilheim

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Merkur Cup Kreisfinale am 09.05.2024 in Raisting + Vorrunde am 04.05.2024 in Weilheim

Als eine von insgesamt 354 Mannschaften ist unsere E1-Jugend in diesem Jahr im Merkur CUP gestartet. Der Merkur CUP wird dieses Jahr zum 30. Mal ausgespielt und ist weltweit das größte Fußballturnier für E-Juniorinnen und E-Junioren. Das Besondere am Merkur CUP: von der ersten Vorrunde im März bis zum Finale Mitte Juli werden alle Spiele jeden Jahres ausschließlich in Turnierform ausgetragen. Die jeweils zwei besten Mannschaften der Jungen und auch Mädchen kommen eine Turnierrunde weiter. Zudem wird auch der Angriffsfußball belohnt: Für drei und mehr Tore, das gilt auch bei einer Niederlage, erhält der betreffende Verein jeweils einen Zusatzpunkt.

Unsere roten Teufelinnen und Teufel bestritten am 4. Mai die Vorrunde beim TSV Weilheim. Im ersten Spiel trafen sie auf alte Bekannte, unsere Sportskameraden vom TSV Peißenberg. Mittlerweile in guter Freundschaft verbunden, kennen sich beide Mannschaften aus dem Effeff. Unsere Buam und Madln wussten also, was sie erwartet. Gut auf den Gegner eingestellt waren sie von Beginn an hochkonzentriert. Sie konnten sehr gut ihren Kombinationsfußball aufziehen und drängten die Peißenberger zurück in deren eigene Hälfte. Da bei Merkur CUP Begegnungen in 2 x 10 Minuten ausgespielt werden, bleibt nicht viel Zeit, um Tore zu schießen. Und so drängte unser Team immer wieder auf das gegnerische Tor. Allein ein Tor wollte nicht fallen. Und so trennten sich beide Teams nach 20 Minuten 0:0 Unentschieden. Ein Ergebnis mit dem unsere Gegner zufriedener waren als wir.

In der zweiten Partie wartete mit dem BSC Oberhausen ein Team, mit dem sich unsere Wege in den letzten Jahren nicht gekreuzt haben. Der Fokus lag also darauf, das eigene Spiel zu entwickeln, sodass sich der Gegner nach uns zu richten hat und nicht umgekehrt. Das zweite Spiel war unterm Strich eine schlechte Kopie der ersten Partie. Die roten Teufelinnen und Teufel präsentierten sich überlegen und spielten sich Chance um Chance heraus. Aber die Mannschaft scheiterte immer wieder am Schlussmann und am Aluminium. Für die mitgereisten Fans war es zum Haare raufen. Aber auch Mannschaft und Trainer verzweifelten immer mehr an der Chancenausbeute. Spätestens als zum Ende der zweiten Hälfte ein Sonntagsschüsschen der Oberhausener in den Raistinger Maschen zappelte, war allenthalben Verzweiflung und Resignation stärker zu spüren als Freude und Motivation. Das unglückliche 0:1 markierte dann auch den Endstand der Partie.

Mit einer Hypothek von einem Unentschieden und einer Niederlage im Gepäck schleppten sich alle in der Pause vor dem letzten Spiel über das Sportgelände am Zotzenmühlweg. Ehrlicherweise gingen Trainer und Mannschaft vor dem abschließenden Showdown davon aus, dass mit dem letzten Spiel das Abenteuer Merkur CUP vorüber ist, bevor es überhaupt angefangen hat. Mit der Einstellung eines Todgesagten, der nichts zu verlieren hat, startete unser Team in das letzte Spiel gegen den TSV Weilheim, der bis dato einen Sieg und eine Niederlage zu verbuchen hatte. Wie ein gordischer Knoten, der endlich zerschlagen wurde, spielten unsere Madln und Buam völlig entfesselt. Vieles, was in den beiden ersten Partien missglückte, gelang nun mit traumwandlerischer Sicherheit. Die erste Hälfte endete mit einem 2:0 Halbzeitstand. Lunte gerochen, spielte unsere E1-Jugend weiter schönen, kämpferischen Kombinationsfußball und traf mit weiteren vier Toren zum 6:0 Endstand.

Und nun begann der Rechenkrimi. Peißenberg schlug den BSC Oberhausen mit 1:0. Natürlich war das Team glücklich über die fulminante Leistung gegen die Kreisstädter. So richtig freuen konnte sich jedoch keiner, weil die letzte Sicherheit des Weiterkommens noch fehlte. Nach schier unendlichen Minuten erlöste die Turnierleitung die bang wartenden Raistinger und bestätigten, was alle hofften: Raisting zieht als Gruppenzweiter vor Peißenberg und Weilheim in das Kreisfinale ein.

Mit dem Ausscheiden des TSV Peißenberg zogen allerdings neue Probleme am Horizont herauf, die im Ergebnis letztlich nur durch den SV Raisting gelöst werden konnten. Der TSV Peißenberg war designiert, das diesjährige Kreisfinale auszurichten. Durch sein Ausscheiden brach nun den Organisatoren die Spielstätte weg. Und so kam eines zum anderen: Sonntags fragte die Turnierleitung beim SV Raisting an, das Kreisfinale an Vatertag auszurichten. Mit der Melodie von „Muss nur noch kurz die Welt retten!“ im Ohr waren die Jugendleitung, sämtliche Jugendtrainer und die E-Jugendeltern Sonntagabend sicher: „Wir wuppen das! Wenn nicht wir, wer dann?“ Und so war es! Mit der Routine und Erfahrung von Verein und Jugendleitung und der Tatkraft der Jugendtrainer und
E-Jugendeltern wurde bis Mittwochabend alles vorbereitet, dass am Donnerstag 9. Mai acht Mannschaften mit ihren Betreuern und Eltern und zahlreichen Fans ein schöner Fußballtag beschert wird.

Mit dem ersten Büchsenlicht an Vatertag starteten zahlreiche Helferinnen und Helfer mit Kaffeekochen, Semmeln schmieren, Süßigkeiten verpacken und dem letzten Feinschliff am Geläuf. Es war also angerichtet!

Nach der offiziellen Merkur CUP Eröffnungsfeier startete unser Team auch schon gleich mit dem ersten Spiel gegen den 1. FC Penzberg in das Turnier. Die Mannschaft machte dort weiter, wo sie in Weilheim fünf Tage zuvor aufgehört hatte. Aus einer stark aufspielenden Raistinger Abwehr heraus entwickelten unsere roten Teufelinnen und Teufel ihr Spiel und waren von Beginn an überlegen. Allein das Tor wollte in der ersten Hälfte nicht fallen. Das Warten hatte jedoch nach dem Wiederanpfiff ein Ende. Der erlösende erste Treffer brachte noch mehr Sicherheit in die Raistinger Reihen. Das Heft wurde nicht mehr aus der Hand gegeben und mit zwei weiteren Toren konnte die Mannschaft zum 3:0 Endstand erhöhen.

Im zweiten Spiel wartete der SC Huglfing auf unsere Madln und Buam. Recherchen des Mannschaftsarchivars haben ergeben, dass in zurückliegenden Partien je ein Sieg und eine Niederlage gegen Huglfing eingefahren wurde. Mit dem nötigen Respekt legte unser Team also los. Diesmal ließ die Führung nicht lange auf sich warten. Bereits zu Beginn der ersten Hälfte konnte unsere E1-Jungend einnetzen. Das Bällchen lief gut und die Mannschaft hatte den Gegner jederzeit im Griff. Mit drei weiteren Toren in der zweiten Hälfte konnten unsere roten Teufelinnen und Teufel bei 4:0 Endstand weitere Punkte für das Weiterkommen ins Halbfinale sammeln.

Im letzten Spiel der Gruppenphase ging es gegen den ESV Penzberg, einen direkten Konkurrenten um die Plätze im Halbfinale. Die Penzberger sind mit spielstarken Individualisten angereist und hatten den Anspruch, gegen unsere Mannschaft gewinnen zu müssen. Unsere Madln und Buam ließen sich jedoch nicht den Schneid abkaufen. Es war wieder die starke Abwehr mit mehr als 90% gewonnenen Zweikämpfen, die die Grundlage für den starken Auftritt legte. Mit dieser Sicherheit im Rücken konnte die Offensive befreit aufspielen. Das 1:0 zur Halbzeit hätte bei den verfügbaren Chancen auch etwas höher ausfallen können. Der ESV warf in der zweiten Hälfte dann alles nach vorne und drückte auf den Ausgleich, der in der Mitte der zweiten Hälfte auch fiel. Hiervon unbeeindruckt verwaltete unser Team das Unentschieden bis zum Schlusspfiff.

Als Gruppenerster ins Halbfinale eingezogen wartete dort der FC Seeshaupt als Gruppenzweiter ihrer Gruppe auf unsere Mannschaft. Die Seeshaupter überzeugten in der Vorrunde mit viel Spielfreude und ansehnlichem Kombinationsfußball. Eine harte Nuss, die es zu knacken galt. Das Spiel war geprägt von zahlreichen Aktionen im Halbfeld. Der letzte Zug in die Box scheiterte jedoch regelmäßig an den gut aufspielenden Keepern und Abwehrreihen auf beiden Seiten. Noch vor der Halbzeit gelang dann aber beiden Mannschaften ein Tor. Die Führung der Raistinger zum 1:0 wurde vor der Pause durch die Seeshaupter ausgeglichen. Die zweite Hälfte brachte nichts zählbares mehr, sodass die Madln und Buam zum Achtmeterschießen antreten mussten. Vor mehr als 150 Schlachtenbummlern traten die jungen Schützen an. Der erste Schütze scheiterte am Raistinger Schlussmann. So schlug das Momentum gleich zu Beginn des Shootouts in unsere Richtung. Da auch der zweite Seeshaupter Schütze nicht verwandeln konnte, während die Raistinger teuflisch gut verwandelten, zog unsere E1-Jugend in das Finale ein. Den Mut zu haben, in so jungen Jahren vor so vielen Zuschauern zum Achtmeter anzutreten, ist aller Ehren wert. Wenn Kinder Verantwortung übernehmen, ist das immer ein Gewinn, egal wer am Ende die Nase vorn hat.

Durch den Finaleinzug waren unsere Madln und Buam schon sicher für das Bezirksfinale Ende Juni qualifiziert. Aber es entspricht nicht unserem Stil mit ein wenig Tikitaka Richtung Bezirksfinale zu spazieren. Wenn wir weiterkommen, dann auch als Kreisfinalsieger. Im Finale traf die E1-Jugend wieder auf den Gegner aus der Vorrunde. Der ESV Penzberg blies zum Angriff gegen unsere roten Teufelinnen und Teufel. Der Angriff prallte jedoch jedes Mal an der gut sortierten, wachen Abwehr ab. Und wenn doch mal ein Penzberger einen Raistinger düpierte, standen zwei weitere rote Teufel bereit und machten die Offensivbemühungen zunichte. Auf der anderen Seite reichten unserer Offensive wenige Chancen, um den 1:0 Führungstreffer zu erzielen, mit dem es in die Halbzeitpause ging. In der zweiten Halbzeit konnten die Penzberger durch einen stramm geschossenen Freistoß zum 1:1 ausgleichen. Während sich die gesamte Raiffeisen Arena bereits gedanklich auf ein Achtmeterschießen einstellte, setzte unsere Mannschaft noch einen drauf. In der 18 Spielminute netzte unsere E1 zum völlig verdienten 2:1 ein. Auch die hektischen Schlussminuten brachten nichts Zählbares für den ESV, der kein Mittel fand unsere Mannschaft spielerisch zu knacken.

Insbesondere das Finale zeigte die Stärken unserer Mannschaft. Die mannschaftliche Geschlossenheit, in der jeder für jeden eintritt und jeder Tore schießen kann. Eine funktionierende Mannschaft ist am Ende doch immer mehr als nur die Summe ihrer Einzelteile. Individualisten haben in einem Mannschaftssport wie Fußball nichts verloren. An diesem Vatertag wurde wieder eindrucksvoll die Gewissheit zutage gefördert, dass Disziplin, Fairness, Kameradschaft, Verlässlichkeit und Opferbereitschaft, letztlich belohnt werden.

Diese Werte hat allerdings nicht nur unsere E1 verinnerlicht, sondern sie wurden auch hervorragend von allen Helferinnen und Helfern vorgelebt. Ein Turnier in dieser perfekten Manier mit nur drei Tagen Vorbereitungszeit auszurichten, ist nur möglich, wenn alle Zusammenhelfen und wenn jeder seinen Beitrag zum Gelingen leistet. Im 100. Jahr seines Bestehens kann der SV Raisting vor allem wegen der tollen Jugendarbeit, die tagein tagaus geleistet wird, hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. In Zeiten, die durch Unsicherheit und Unzufriedenheit geprägt sind, ist es wunderschön, einem großen Team mit so viel Zuversicht, Tatkraft und Kameradschaft anzugehören.

Kader (Tore) Kreisfinale in Raisting:
Niklas Titze, Magdalena Merkl, Felicitas Trott, Ben Zanantonio, Finja Hoffmann, Christoph Falk (1),
Leopold Herrmann, Elias Michl (1), Moritz Schmid (2), Luca Eschweiler (7), Anian Schmuck

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